Geschichte

Wo die Welt noch in Ordnung ist!

Es gibt tatsächlich Golfplätze, die sich nach der Gründung des Clubs und Bau des Platzes einer ungestörten, harmonischen Entwicklung erfreuen – der Golfclub Schloss Goldenberg gehört in diese Kategorie.

Ein historischer Moment

Der schönste Moment war für mich, als am 14. Mai 1996, wenige Tage nach Erteilung der Baubewilligung, die Bagger auf dem Goldenberg auffuhren und mit dem Platzbau begannen.» Alex Vögele, Ehrenpräsident des Golfclubs, ist heute noch begeistert, wenn er über die Entstehung des «Goldis» erzählt.

Nach fünf Jahren Planung, Lobbying, Diskussion und viel Papier zur Einhaltung sämtlicher Natur-, Umwelt- sowie Denkmalschutz-Auflagen und -Richtlinien war das Kind geboren. Es ist in erster Linie zwei Männern zu verdanken, dass es den Golf Club Schloss Goldenberg gibt: Hans Spengler sen. und Heinrich Grob. Hans Spengler sen. war Präsident im Golfclub Niederbüren, bevor er Initiator des heutigen Golfclubs Rheinblick wurde. Er besetzte dort das Präsidentenamt.

Als der GC Rheinblick zu Beginn der Neunziger Jahre rund 900 Mitglieder zählte, lancierte Hans Spengler sen. die Idee eines weiteren Golfplatzes im Zürcher Unterland. Dieser sollte in der Nähe der Ortschaft Dorf sein. Heinrich Grob seinerseits zeigte sich während der Entstehung des Platzes als Projekt-Manager und wurde anschliessend erster Präsident im Golfclub Schloss Goldenberg.

Dank der Unterstützung der Familie Kindhauser, Eigentümerin des gesamten Terrains, wurde das Projekt auf dem Goldenberg gutgeheissen. Die Verhandlungen mit den Behörden und den Umwelt-Gruppierungen bis zum Vorliegen aller Bewilligungen verliefen reibungslos, so dass der Platz bereits 1997, nach weniger als fünf Jahren seit Projektlancierung, eröffnet werden konnte.

Zu den Besonderheiten gehört das Schloss, welches dem Platz und dem Club den Namen gegeben hat. Es ist im 13. Jahrhundert gebaut worden und wird heute von der Familie Kindhauser bewohnt.

Hans Spengler jun., Sohn des Initiators und gelernter Hotelier, war bis 2009 der Clubmanager und erzählt: «Mit Bedachtsamkeit und Überlegung wurden die wirtschaftlichen Seiten des jungen Clubs gehandhabt – Schritt für Schritt. Nachdem wir den Golfplatz gebaut hatten, warteten wir ab, bis wir genügend Mitglieder hatten, bevor wir ein Provisorium als Clubhaus in Betrieb nahmen. Garderoben, Sekretariat und Restaurant wurden anschliessend etappenweise realisiert. Das erforderte eine gewisse Flexibilität der Leute für mehrmaliges Umziehen!»

Diese Etappen-Bauweise ermöglichte das Einhalten der natur- und denkmalpflegerischen Auflagen, welche den heutigen Charme des Clubs resp. Platzes ausmachen. Der Club pflegt heute ein reges sportliches und freundschaftliches Clubleben und ist besonders stolz auf die gute Atmosphäre.

Geschichtlicher Hintergrund

Wer auf dem Goldenberg Golf spielt, geht über historischen Boden.
Vor mehr als 750 Jahren wurden die Herren von Goldenberg das erste Mal in den Akten erwähnt.

Die Herren von Goldenberg waren ein kyburgisches Dienstmannengeschlecht. Vom 13. bis ins 15. Jahrhundert waren sie eifrig im Kriegs- und Verwaltungsdienst für die Herzöge von Österreich tätig und wurden dafür mit Gütern, Rechten und Einkünften bezahlt. Unter anderem amtete das Geschlecht zweihundert Jahre als Vögte über Oberwinterthur und Ellikon an der Thur.

Am 15. September 1559 brannte die Festung Goldenberg bis auf den hohen Turm herunter. Nach dem Wiederaufbau wurde der Goldenberg an die Familie Holzhalb von Zürich, ein angesehenes Ratsgeschlecht, verkauft. Erst 1765 ging das Schloss durch den Käufer Abraham Brunner wieder in Winterthurer Hände über. 1773 erfolgte eine Verbesserung der Anlage sowie die Erweiterung des landwirtschaftlichen Gutes.

1823 wurde das Gut an den englischen Sonderling Jakob Van Matter aus New Castle verkauft, der für seine Mildtätigkeit berühmt wurde. Nach seinem Tod 1836 blieb das Schloss 42 Jahre verwaist und wurde 1881 vom Basler Philipp Schlueb-Ott in ein Gasthaus mit Kuranstalt umgebaut.

1893 wurde der Goldenberg durch Arnold Vogel zum Rechberg von Zürich in einen Gutsbetrieb umgewandelt. Die grossen Ökonomiegebäude wurden errichtet, die heute teilweise dem Golfclub dienen. Nach dem Tod von Arnold Vogel übernahm sein Sohn Arnold jun. sowie danach dessen Tochter Lilly Vogel das Schloss. Heute, nach mehr als 120 Jahren ist der Goldenberg in den Händen der Nachkommen, der Familie Kindhauser-Vogel.

Im Mai 2000 wurde das Clubhaus mit seinen imposanten Gewölben eingeweiht. Es ist kaum zu glauben, dass dies die frühere Orangerie des Ökonomiegebäudes der Schlossanlage war. Mit grossem Aufwand und unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Auflagen, entstand aus dem 1893 erbauten Gebäude ein attraktives und aussergewöhnliches Clubhaus. Im Winter 2016/17 wurden die Garderoben umgebaut und im Zuge dieser Arbeiten die Duschanlagen erweitert.